2 Kreativ Kognitiv 02 Was das Kind lernt 3 1

 

Neben der liebevollen und intensiven Betreuung in den Dingen des Alltags vermitteln wir den Kindern Wissen und fördern ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten, Haltungen und Persönlichkeitsentwicklung. 

 

Wir arbeiten nach dem Bayerischen Bildungsplan und stärken die Kinder in ihren Basiskompetenzen von Anfang an. Die Basiskompetenzen sind in vier Bereiche aufgeteilt:
  • Personale Kompetenzen: Selbstwahrnehmung, Selbstwertgefühl, Selbstregulation, Kritik- und Konfliktfähigkeit, Fantasie, Neugier, Interesse.
  • Soziale Kompetenzen: Beziehungen aufbauen und pflegen, Empathie, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Sensibilität für und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein, Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln.
  • Lernmethodische Kompetenzen: „Lernen lernen“ (Wie kann ich mir bestmöglich Wissen aneignen?)
  • Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen: Widerstandsfähigkeit

 

Das Spiel als Fundament des Lernens
Dem Spiel kommt vor allem eine besondere Bedeutung zu. Spielerisch lernt das Kind seine Umwelt kennen, setzt sich mit ihr in Beziehung, verarbeitet Erlebnisse, sucht Antworten auf Fragen und erprobt soziale, geistige, sprachliche, motorische und emotionale Fähigkeiten. So erwirbt es Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Ausdauer, Konzentration, Sprache, Motorik, Fantasie, Sozialverhalten, Konfliktfähigkeit und lernt mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen.
Nur wenn das Kind Freude am Tun hat, wird es sein Wissen abspeichern und gestärkt daraus hervorgehen. Daher unterstützen wir das Kind in seiner kindlichen Neugier, Lernfreude und Leistungsfähigkeit.

 

Folgende Bildungsbereiche werden mit den Kindern erarbeitet:

 

Ästhetik / Kunst / Kultur / Musik

Ästhetik, Kunst, Kultur und Musik durchdringen sich gegenseitig. Durch das kreative Tun entwickeln die Kinder ihr eigenes künstlerisches Tun und ein eigenes Urteilsvermögen. So entwickeln sie ihre individuelle Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Gerade auch die musikalische Bildung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts und sie wirkt sich förderlich auf das Lernverhalten und die Intelligenzleistungen des Kindes aus. 

Die Kinder können ihre Kreativität durch Folgendes ausleben und entwickeln: 

  • KunstRollenspiele
  • Musikinstumente ausprobieren
  • Einüben neuer Lieder
  • Rhytmisches Begleiten von Liedern
  • Tänze
  • Bauen mit Konstruktionsmaterial
  • Malen und Gestalten mit verschiedenen Materialien
  • Erarbeiten und gestalterisches Umsetzen von Geschichten und Klanggeschichten
  • Kneten
  • Spielen im Freien
  • Museums- und Theaterbesuche
  • u.v.m.

Unsere Bildungs- und Erziehungsziele hierbei sind:

  • Freude am eigenen Gestalten und Tun
  • Grundverständnis für Farben und Formen erwerben
  • Erkennen von Gefühlen, Gedanken und Ideen, die hinter diesem Tun stecken
  • Verarbeiten eigener Situationen
  • Kommunikation
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Resilienzfähigkeit

Bewegung / Rhythmik / Tanz / Sport

Motorik ist eine umfassende Bezeichnung für alle Bewegungen. Bei der pädagogischen Erziehung im Kindergarten unterscheiden wir zwischen Grob- und Feinmotorik. Zur Grobmotorik zählt Kraft, Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Ausdauer. Die Feinmotorik beinhaltet z.B. Fingerfertigkeit und Auge-Hand-Koordination. Bewegung fördert die kognitive und soziale Kompetenz, das Selbstvertrauen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. 

Wir fördern dies durch: 

  • BewegungTurntage
  • Ausflüge, Spaziergänge und Spielplatzbesuche
  • Zusatzangebote wie z.B. den Schwimmkurs für unsere zukünftigen Schulkinder
  • Bewegungsbaustelle
  • Nutzung der Bewegungselemente im Flur
  • Spielen im Hof oder Garten
  • Übungen zur Förderung des Gleichgewichts
  • Rollenspiele
  • Rhythmische Erziehung und Tanz

 

Emotionalität / soziale Beziehungen / Umgang mit Konflikten

Emotionale und soziale Kompetenzen sind Voraussetzung, dass sich ein Kind (und der spätere Erwachsene) in die soziale Gemeinschaft integrieren und Verantwortung übernehmen kann. Ein Kind muss zunächst sich selbst mit all seinen Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen kennen lernen, um dann auch in soziale Beziehungen mit anderen treten zu können. Dazu braucht es Empathie, um sich in den anderen hineinversetzen und diesen verstehen zu können. Durch die unterschiedlichen Situationen, die sich durch das Leben in der Gruppe ergeben, lernen die Kinder Beziehungen aufzubauen, die durch Sympathie und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Somit werden Grundsteine wie Vertrauen, Beziehungsfähigkeit, Toleranz und Offenheit, die für einen positiven Umgang miteinander unerlässlich sind, gelegt. Aber auch der Umgang mit Konflikten muss und wird erprobt.

All dies lernt Ihr Kind durch die unterschiedlichen Situationen im Kindergarten, z.B. ...

  •                                im täglichen Miteinander.
  • in Rollenspielen.
  • bei Kreisspielen, Bilderbuchbetrachtungen, Geschichten und Märchen.
  • beim altersgemäßen Heranführen an die Konfliktbewältigung.
  • beim Helfen und helfen lassen.
  • Beim gemeinsamen Erarbeiten von  Regeln.

Gesundheit / Sauberkeitserziehung

Die Ziele der gesundheitlichen Bildung lassen sich weitgehend in die alltäglichen Situationen und Abläufe integrieren. Wichtige Inhalten sind Bewegung, Ernährung, Hygiene, Unfallprävention, Sicherheit und Verkehr, Suchtprävention sowie der verantwortliche Umgang mit Krankheit. Die Kinder sollen ein Gespür dafür entwickeln, was einem gut tut und der Gesundheit dient. Sie sollen Entspannungstechniken und deren Einsatzmöglichkeiten kennen lernen, um so wirksame Strategien im Umgang mit Stress und negativen Emotionen zu entwickeln. Insgesamt sollen sie vom "versorgt werden" zum "sich selbst versorgen" hingeführt werden. Um dies zu erreichen, vermitteln wir den Kindern Grundkenntnisse über den eigenen Körper und Hygiene.

Gesundheitliche Bildung und Erziehung wird gefördert durch:

  • GesundheitBilderbücher über den Körper 
  • Vermittlung von Grundwissen über sicheres Verhalten im Straßenverkehr 
  • Lernen um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen
  • "Nein" sagen können, wenn die eigene Intimsphäre berührt wird 
  • Hände waschen nach dem Toilettengang, vor dem Essen, etc.
  • Tischmanieren
  • Wichtigkeit gesunder Ernährung vermitteln
  • Täglicher Obstkorb für alle Kinder
  • Gespräche
  • Gesundes Frühstück
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Zubereitung von Essen (z.B. Obstsalat, Backen, etc.)
  • Bewegung 

 

Informationen zur Sauberkeitserziehung

Ein Punkt, der immer wieder explizit angesprochen wird, ist die Sauberkeitserziehung und das „sauber werden“ im Kindergarten. Unter Sauberkeitserziehung verstehen wir nicht nur das Wickeln und die Hinführung zum selbstständigen Benutzen der Toilette, sondern auch die Körperpflege, wie z.B. das Waschen der Hände und des Gesichts, und das Naseputzen. Die Kinder bekommen Anleitung zum selbstständigen Tun, z.B. beim Hände- und Mundwaschen nach dem Essen, oder auch nach dem Wickeln. Natürlich wickeln wir die Kinder bei Bedarf, zusätzlich immer vor dem Schlafen.  Die Wickelutensilien werden von den Eltern mitgebracht.

Beim „sauber werden“ ist es wichtig, dass man auf den Entwicklungsstand des Kindes achtet und die Kinder zu nichts zwingt. Erste Hinweise darauf, dass das Kind von seiner Entwicklung her sauber werden könnte, sind Interesse und Neugierde in Bezug auf das Thema. Interessiert es sich für die Toilette, will es wissen, was man dort macht, sich die Toilette genauer ansehen? Schritt für Schritt kann man es dann zum Thema hinführen, es auch mal auf die Toilette setzen. Loben ist in dieser Phase ganz wichtig, denn Kinder bekommen so ihre ersten Erfolgserlebnisse, wenn es um das Sauberwerden geht.

Das Sauberwerden wird durch folgende Punkte erleichtert:

  • Wenn Sie den Kinder Unterwäsche statt Body anziehen.
  • Dem Kind Hosen anziehen, die es selbst öffnen und herunterziehen kann.
  • Für zu Hause ist eine Anschaffung einer WC-Verkleinerung und eines Fußschemels sinnvoll, damit die Kinder einen festen Halt haben.

Informations- und Kommunikationstechnik / Medienumgang

Kinder kommen von klein auf mit Informationstechnik und Medien in Berührung. Sie zeigen großes Interesse daran. So ist auch die Medienkompetenz heute unabdingbar, damit sie den Umgang mit den Medien bewusst, kritisch, reflektierend, sachgerecht und verantwortlich lernen. 

Dies setzen wir durch folgende Angebote um: 

  • zeitungAusprobieren verschiedener Medien, z.B. Hörspiele, Umgang mit einem Fotoapparat
  • Aufarbeitung von Medienerfahrungen der Kinder durch Gespräche
  • Gemeinsames Erarbeiten möglicher Regeln zur Mediennutzung
  • Bilderbücher, die auf dieses Thema abzielen
  • Rollenspiele

Mathematik

Die Kinder lernen den Umgang mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen und eignen sich so mathematische Grundkenntnisse an. Grundsätzlich ist die mathematische Kompetenz untrennbar mit der sprachlichen Kompetenz verbunden. Es geht nicht nur um den Zahlenbegriff, sondern um typisch mathematische Denkweisen. Ihr Interesse daran wird durch reale Erfahrungen gefördert, ebenso die Fähigkeit, diese Inhalte sprachlich wiederzugeben.

Die Kinder lernen... 

  • MathematikMaterialien zu vergleichen, zu klassifizieren und zuzuordnen.
  • Größen und Mengen zu erkennen.
  • Zahlwörter zu verwenden.
  • gegenständliche Mengen zusammenzufassen und zu gliedern.
  • geometrische Grundbegriffe zu verwenden und zu unterscheiden.
  • den Umgang mit Begriffen wie z.B. kurz, lang, gerade, schief.
  • Figuren und Muster nach Vorgabe spielerisch herzustellen.

 

Dies erreichen wir durch folgende Angebote: 

  • Formen malen und benennen
  • Erfahren der Formen beim Basteln
  • Bilder bestimmten Oberbegriffen zuordnen
  • Verschiedene Objekte miteinander vergleichen, z.B. größer, kleiner, dicker, dünner, höher, niedriger
  • Formen und Flächen unterscheiden, z.B. eckig, rund, glatt, rau
  • Gegenstände nach Formen und Farben sortieren

Naturwissenschaftlicher- technischer Bereich

Naturwissenschaftliche und technische Experimente leisten einen wesentlichen Beitrag, den persönlichen Bezug der Kinder zu ihrer Umwelt zu festigen. Kinder haben ein natürliches Interesse am Experimentieren und Beobachten. Die Kinder lernen naturwissenschaftliche und technische Vorgänge durch systematisches Beobachten, Vergleichen, Beschreiben und Bewerten bewusst wahrzunehmen, erstellen eigene Ideen und Hypothesen, erleben Naturvorgänge bewusst, bringen technische Anwendungen (z.B. Hebel, Balken, Waage, Magnet) zum Einsatz. Sie lernen die Eigenschaften von verschiedenen Stoffen und Naturmaterialien kennen und werden mit kurz- und längerfristigen Veränderungen in der Natur vertraut. 

Naturwissenschaftliche und technische Erfahrungen werden gesammelt durch: 

  •                                Experimente mit verschiedenen Materialien
  • Waldtage
  • Umgang mit Spitzer und Schere
  • Spaziergänge und Spielplatzbesuche
  • Beobachtungen in der Natur
  • Experimente beim Bauen (Statikerfahrungen)

Sprache / Literacy

Von Anfang an versucht das Kind mit seiner Umwelt zu kommunizieren, zunächst hauptsächlich durch Gestik, Mimik und Laute. Das Kind ist für seine Entwicklung von Kommunikation abhängig. Sprache kann sich nur in der Interaktion entfalten. So erwirbt ein Kind nicht nur beim Zuhören sondern auch bei der aktiven Sprachproduktion das Sprechen. Im Allgemeinen ist die Sprachentwicklung mit 4 1/2 Jahren abgeschlossen, d.h. es können alle Buchstaben gesprochen und ganze Sätze mit Einfügungen gebildet werden. Die Förderung der Sprache geschieht gerade im ständigen Umgang miteinander. Es ist wichtig, genügend Zeit für Gespräche mit den Kindern zu finden, ihren Äußerungen, Fragen und Erzählungen aufmerksam zuzuhören und sie ernst zu nehmen. 

Das Ziel der Sprachförderung ist es, sich Wörter, Begriffe und Satzstrukturen anzueignen und das Interesse an Schrift und dem Schreiben zu entwickeln. 

Dies erreichen wir durch: 

  •                                Bilderbücher vorlesen und nacherzählen lassen
  • Geschichten
  • Kinderkonferenzen
  • Rollenspiele, Fingerspiele, Kreisspiele 
  • Lieder
  • Alltagsgespräche
  • Sprachprogramm "Hören-Lauschen-Lernen"
  • Hörprogramm "Olli Ohrwurm"
  • Vorkurs für zukünftige Schulkinder mit Migrationshintergrund

So wird auch auf den Bereich der Literacy-Erziehung bei uns ein großes Augenmerk gelegt. Frühe Literacy steht für vielfältige Erfahrungen und Lernchancen rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur. Hierdurch wird die spätere Lesekompetenz stark gefördert. 

Umwelterziehung

Umwelterziehung hat im Zuge der zunehmenden Umweltverschmutzung und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen an Wichtigkeit zugenommen. Sie ist immer mit der Entwicklung von Werten verbunden. So vermitteln wir den Kindern, dass es sich lohnt und Spaß machen kann, sich für eine gesunde Umwelt einzusetzen. Anknüpfungspunkte sind Alltagshandlungen, in denen umweltbezogene Haltungen zum Tragen kommen. 

Das Umweltbewusstsein und das Verständnis für die Natur fördern wir u.a. durch: 

  •                                regelmäßige Waldtage
  • Müll vermeiden, Müll trennen
  • Besichtigung von Handwerks- und Dienstleitungsbetrieben
  • Ausflüge in die Umgebung
  • sensiblen Umgang mit Lebewesen
  • Achtsamkeit für Lebensmittel
  • Spielen im Freien, bei fast jeder Wetterlage
  • Jahreslauf in der Natur beobachten

Wertorientierung / Religiösität

Religiöse Bildung ermöglicht den Kindern die Auseinandersetzung und Identifikation mit Sinn- und Wertesystemen. Sie findet nicht erst dann statt, wenn ausdrücklich vom christlichen Glauben die Rede ist sondern immer dann, wenn Kinder im Alltag des Kindergartens Geborgenheit, Streit, Versöhnung, Liebe, Anderssein, Teilen, Danken, Feiern und Zusammengehörigkeit erfahren. In dieser Atmosphäre bringen wir den Kindern  Gott als Freund, der den Menschen liebevoll begegnet, nahe. 

Dies alles wird vermittelt durch: 

  • Zusammenhaltloben, bestärken, trösten, gerecht sein, danken, versöhnen, gemeinsam feiern u.v.m.
  • Tischgebete
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Philosophieren über Wertvorstellungen
  • religiöse Feste im Jahreskreis
  • Mitgestalten von Familiengottesdiensten
  • Bibelerzählungen, religiöse Lieder, Geschichten und Rollenspiele
  • Besuch der verschiedenen Gotteshäuser

Zudem achten wir natürlich auch die religiöse Überzeugung, die Kinder anderer Religionen in ihrem Elternhaus vermittelt bekommen und lassen sie spüren, dass wir sie annehmen, wie sie sind. Es bleibt deren Eltern überlassen, ob ihre Kinder an unseren religiösen Festen teilnehmen. 

 
Jeder dieser Schwerpunkte ist gleichermaßen von Bedeutung. Es ist die Grundlage für den Erfolg und die Zufriedenheit in der Schule, im Beruf, in der Familie und der Gesellschaft. Denn das Ziel unserer Erziehung und Bildung ist der eigenverantwortliche, beziehungs- und gemeinschaftsfähige, wertorientierte, schöpferische Mensch, der bereit und fähig ist, in Familie und Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. 

 

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